Geschichte des Tischfußballs

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Die Geschichte des Tischfußballs beginnt um die Jahrhundertwende des 20. Jahrhundert. Den ersten Kickertisch hat vermutlich Lucien Rosengart (* 1880, † 1976), ein Mitarbeiter des  Automobilherstellers Citroën, entwickelt. Dieser erste Tischkicker soll den heute gängigen Tischfußballgeräten schon sehr ähnlich gewesen sein. Rosengart hatte aber nie Interesse daran, seine Erfindung kommerziell zu nutzen. Die erste Firma die Tischkicker herstellte und vertrieb war die schweizerische Firma “Kicker”. Ihre gleichnamigen Geräte wurde zum Synonym für den Drehstangen-Tischfußball im deutschsprachigem Raum. Der “Urtisch”, auch als “Rosengart” bezeichnet, setzte sich besonders in Frankreich durch. Ein weiter entwickeltes Nachfolgemodell der Firma Bonzini ist heute der bedeutendste Tischkicker Frankreichs, hat aber auch in Deutschland (vorwiegend im Saarland) viele Anhänger. In der Mitte des 20. Jahrhunderts begann langsam das organisierte Tischfußball Spielen.

In Kooperation mit der Bildzeitung wurde 1967 die erste Deutsche Tischfußball – Meisterschaft ausgerichtet. Zwei Jahre später wurde der (DTFB) Deutsche Tischfußballbund gegründet. In den 70er und 80er Jahren entwickelten sich aus den Spielgemeinschaften die ersten Vereine, aus Ligen die ersten Verbände und in vielen Ländern gab es die ersten Turnierserien mit Preisgeldern bis zu einer Millionen Dollar. Auch das Interesse der Medien stieg und Titelgeschichten in der Bild-Zeitung oder Auftritte bei …Wetten, dass…

In den nächsten Jahrzehnten waren der Automatenvertrieb Löwen und dessen langjähriger Lieferant, die Firma Leonhart, maßgeblich für die Entwicklung des ambitionierten Tischfußball-Sports in Deutschland verantwortlich. Löwen veranstaltete in den 80er- und 90er-Jahren eine überregionale Turnierserie in Deutschland, die auch viele Topspieler aus den Nachbarländern anzog und deren jährlicher Höhepunkt die so titulierten „Deutschen Meisterschaften“ in Bingen, dem Hauptsitz von Löwen, war. 2000/2001 verlor Löwen aus wirtschaftlichen Gründen das Interesse an dieser Veranstaltung. So wurde kurz darauf von aktiven Spielern der p4p e.V. (Players 4 Players Tischfußballvereinigung e.V.) gegründet, um die Turnierserie weiterzuführen.

Im Jahre 2002 wurde auf Initiative von acht Ländern der Weltverband ITSF gegründet (International Table Soccer Federation). Dieser entscheidende Schritt veränderte die Situation des Tischfußballs erneut. In Kooperation mit den fünf größten Herstellern von Tischkickern wird seit einem Jahrzehnt versucht den Sport und seine Spielgeräte zu vereinheitlichen. Das einheitliche Regelwerk (http://www.dtfb.de/download/ITSF-Regelwerk.pdf) war ein weiterer Baustein auf diesem Weg. Seither steht Tischfußball nicht nur unter Beobachtung des IOC, sondern ist Mitglied im Weltsportbund und läuft schon in vielen Ländern wie andere Sportarten auch teilweise live im Fernsehen. Und auch in Deutschland wird Tischfußball besonders in der Werbung, aber auch von den Medien zunehmend als Trendsportart wieder entdeckt. Aktuell umfasst der Weltverband 65 Mitgliedsstaaten aus allen Kontinenten.

Die aktuelle Situation in Deutschland:

13 Landesverbände mit mehr als 7000 Aktiven gehören zur Zeit dem DTFB an.

Die DTFB bzw. die DTFL richtet eine 1. und eine 2. Tischfußball Bundesliga mit insgesamt 48 Mannschaften aus. 2010 wurde eine Tischfußball Frauenbundesliga und 2011 eine Tischfußball Junioren Bundesliga ins Leben gerufen.

Die Deutsche Meisterschaft wird in 8 Disziplinen (Doppel und Einzel für Herren/Damen/Junioren und Senioren) im November/Dezember eines Jahres ausgetragen.

Für die Sportanerkennung vom Tischfußball wird die Gemeinnützigkeit benötigt. Im Dezember 2010 hat der DTFB e.V. die Gemeinnützigkeit bekommen.

Die Krökelgemeinschaft Badenstedt e.V. ist im Februar 2013 als gemeinnützig anerkannt. Im April 2013 wurde der Verein (als erster Verein in Deutschland) in einen Landessportbund aufgenommen.