Am besten mit gemeinsamen Erlebnissen, bei denen alle mitmachen können und die Kollegen aus verschiedenen Bereichen zusammenbringen. Ein Kickerturnier ist dafür ideal: Es braucht keine Vorkenntnisse, dauert nur ein paar Stunden und bringt Leute ins Gespräch, die sich sonst nur in der Kaffeeküche zunicken. Dazu gehören klare Aufgaben im Team und eine Fehlerkultur, in der man offen sagen darf, wenn etwas schiefgelaufen ist.
Warum hilft ein Kickerturnier dem Teamgeist?
Weil ein Kicker jeden gleich macht. Der Geschäftsführer steht neben dem Praktikanten am Tisch, und beide können danebenschießen. Das Spiel ist schnell erklärt, eine Partie dauert nur wenige Minuten und niemand steht lange rum. Man spielt zu zweit, also muss man sich absprechen: Wer verteidigt, wer geht nach vorne? Genau das ist Zusammenarbeit im Kleinen, nur mit mehr Lärm.
Ich finde, das ist der größte Vorteil gegenüber vielen anderen Teamaktivitäten. Niemand muss etwas vorbereiten oder sich verstellen. Man steht einfach am Tisch und spielt.
Wie läuft so ein Turnier ab?
Ich würde die Teams auslosen. Wenn Vertrieb und Buchhaltung zusammen spielen müssen, lernen sich Leute kennen, die sonst nie miteinander zu tun haben. Gespielt wird im Doppel, erst eine Gruppenphase, dann K.o.-Runde. Plane zwei bis drei Stunden ein, dazu was zu essen und zu trinken. Ein kleiner Pokal reicht als Preis. Er hängt hinterher noch Jahre im Büro und wird bei jeder Gelegenheit erwähnt.
Was macht den Kicker besser als Bowling oder Kochkurs?
Bowling ist doch meistens so: Einer wirft, zehn andere stehen daneben und schauen auf ihr Handy. Beim Kochkurs schnippelt die Hälfte Zwiebeln, während einer das Kommando übernimmt und alle anderen sich still fragen, wann es endlich was zu essen gibt. Nix gegen beides, aber da entsteht selten das, was du eigentlich willst.
Am Kicker sind alle die ganze Zeit im Spiel. Es wird gelacht, geflucht und der Ehrgeiz kommt ganz von allein. Ausführlicher vergleiche ich das in einem eigenen Beitrag.
Reicht ein Turnier allein?
Nein! Ein Event ist Rahmenprogramm, kein Ersatz für die Basis. Wenn im Alltag unklar ist, wer wofür zuständig ist, hilft auch der schönste Pokal nix. Schreib auf, wer was macht und wen man fragt, wenn es klemmt. Und sag Danke, konkret und mit Namen. „Das Angebot war fett, weil du den Kunden vorher angerufen hast“ wirkt mehr als jede Rundmail.
Wichtig ist auch, dass Fehler ansprechbar sind. Wer für eine Meldung angeraunzt wird, meldet den nächsten Fehler nicht mehr. Geh selbst voran und sag mal vor allen, wenn du danebenlagst. Ich denke, das bringt mehr als jedes Seminar.
Was sollte ich vorher klären?
Frag dein Team, ob es Lust hat. Ein Turnier, das die Leute nur aus Pflicht besuchen, bringt nix. Achte darauf, dass auch Kollegen im Homeoffice oder in Teilzeit einen Termin finden, sonst fühlen sich genau die ausgeschlossen.
Am Tisch spielen immer nur vier Leute gleichzeitig. Bei einer größeren Abteilung heißt das: Wartezeit. Hol dir einen zweiten Kicker oder sorge dafür, dass die Wartenden was zu tun haben, etwa mit Snacks, Musik und einem Tippspiel, wer gewinnt. Und such dir einen Tisch, an dem man wirklich gut spielen kann. Ein wackliger Kicker mit klemmenden Stangen sorgt für mehr Frust als Spaß.
Also los!
Such dir einen Termin, lass die Teams auslosen und bring einen Pokal mit. Dann schau mal, wie viele plötzlich am Tisch stehen, die sonst nie zusammen reden.
